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Sportler-Ehrung in der Frankfurter Paulskirche

Beim 4. Frankfurter Sportabend stehen vor allem die jungen Athleten im Mittelpunkt.
Geehrt werden etwa 500 Sportler aller Altersklassen.

Von Oliver Teutsch (FR)

Im Foyer der Paulskirche drängeln sich langaufgeschossene Kerls im schicken Zweireiher. Dazwischen sind immer wieder blütenweiße Hemden oder elegante Kostüme zu sehen. Die jungen Leute haben sich in Schale geworfen für den vierten Sportabend der Stadt Frankfurt. Bei keiner anderen Veranstaltung in der altehrwürdigen Paulskirche liegt das Durchschnittsalter der Anwesenden so niedrig. Oberbürgermeister Peter Feldmann und die von ihm begrüßten Funktionäre immerhin heben das Alter ein wenig an. Feldmanns politisch-historischen Exkurs über die Bedeutung der Paulskirche, die pluralistische Frankfurter Gesellschaft und den hohen Integrationsfaktor des Sports müssen sich die jungen Leute durchstehen. Sie ertragen es andächtig, feixend, aufgeregt tuschelnd. Immerhin verspricht der OB ihnen, die Investitionen in den Sport nicht zu kürzen, sondern stattdessen noch mehr Geld für Sportstätten und Infrastruktur auszugeben.

Sportdezernent Markus Frank kommt auf die Bühne und weist darauf hin, dass im Mai in Preungesheim ein 15 Millionen Euro teures neues Sportzentrum eingeweiht wird, um das
Frankfurt bundesweit beneidet werde. Dann endlich geht es los mit den Ehrungen. Moderator Andreas Richter lässt es sich nicht nehmen, die rund 500 Namen der zu Ehrenden alle einzeln vorzulesen, auch wenn nicht alle gekommen sind. Denn natürlich ist so ein Abend für Olympiasiegerinnen wie Saskia Bartusiak, Kathrin Hendrich und Mandy Islacker vom 1. FFC Frankfurt nur mäßig
spannend.

Die jungen Tänzerinnen bestaunen ihre Medaillen. Foto: Andreas Arnold

Doch zum ersten Mal richtig voll auf der Bühne wird es, als die Mädels vom TSC Schwarz-Gold Frankfurt anrücken, die 2015 Vize-Europameister im Garde- und Schautanz wurden. Noch mehr Mühe mit dem Gruppenbild hat der Fotograf bei den Rugbyspielern des SC 80 Frankfurt. Sie stellen fast schon traditionell die größte Gruppe in der Paulskirche. Das liegt an der guten Jugendarbeit des Vereins aus dem Nordend.

Nicht weniger als acht Jugendmannschaften sind in den vergangenen zwei Jahren Deutscher Meister geworden. Jugendwart Tilo Barz kann gleich doppelt stolz sein. „Bei den jüngeren Jahrgängen Deutscher Meister zu werden, war weniger schwierig, aber jetzt ist uns das auch bei den älteren Jahrgängen gelungen“, so Barz. Dort ist es noch schwerer, sich gegen die deutschen Rugby-Hochburgen Hannover und Heidelberg durchzusetzen.

Zudem konnte Barz am Freitagabend auch seinen Sohn Johannes auf der Bühne beklatschen. Er ist wie einige Rugger auch Wiederholungstäter und stand schon vor zwei Jahren im Rampenlicht. Diesmal wurde er sogar für zwei Meisterschaften geehrt, für den Erfolg bei der U14 und dem Erfolg bei der U16. Seine Urkunde und seine Auszeichnung nimmt der Schüler fast schon geschäftsmäßig
entgegen. „Ich glaube, es ist schon das dritte Mal“, sagt er nach der Ehrung betont gelassen. Bis er so viele Deutsche Meisterschaften zusammenhat wie Gewichtheber Karl-Heinz Fechter, dürfte es aber noch ein bisschen dauern. Der 72-Jährige aus Zeilsheim bringt es auf über 80 nationale Titel und wurde bereits zum 41. Mal geehrt. Doch irgendwie gehört dieser Abend den jungen Leuten und die freuten sich schon riesig auf das „Get together“ im Ratskeller.

Hier finden Sie den Originalbericht der Frankfurter Rundschau.

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